Konferenz zum Thema „Erfahrung und Empirie“ im Frühjahr 2022

An interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,

Im Verhältnis von Philosophie und Psychologie ist die Frage nach dem, was unter dem Begriff der Erfahrung verstanden wird, zentral. Die Arbeitsgemeinschaft Philosophie & Psychologie veranstaltet zu diesem Thema unter dem Titel „Erfahrung und Empirie“ vom 30. März bis zum 1. April 2022 eine interdisziplinäre Konferenz an der Universität Heidelberg.

Obwohl sich philosophische und psychologische Fragestellungen oft überschneiden, scheint es einen wesentlichen Unterschied zwischen den Disziplinen zu geben: das Konzept der Erfahrung. Während aus philosophischer Perspektive der Begriff der Erfahrung selbst thematisch wird, wird Erfahrung in der Psychologie mehrheitlich als Empirie interpretiert, wobei unter Empirie die methodisch geregelte, systematisierte und durch das Experiment geleitete Erfahrungsbildung verstanden wird. Es ist das Ziel der Konferenz über den Begriff der Erfahrung bzw. der Empirie psychologische Empiriker und Philosophen, die über den Begriff und das Phänomen der Erfahrung nachdenken in einen interdisziplinären und erhellenden Dialog zu kommen, um auf diese Weise die Disziplinen im Sinne unserer Arbeitsgemeinschaft miteinander ins Gespräch zu bringen.

Für das philosophische Nachdenken ergibt sich hier eine Vielzahl von Fragen: Erstens, welche Merkmale sind konstitutiv für das Verständnis von Erfahrung – Intentionalität, Subjektivität, Aufmerksamkeit, eine spezifische Erlebnisdimension, ein besonderer phänomenaler Charakter? Welche Modi von Erfahrung gibt es? Wie ist das Verhältnis von subpersonalen Prozessen und subjektiven Erlebnissen zu verstehen? Ein weiterer Themenkomplex betrifft die Rolle, die Erfahrung für uns als soziale Wesen und für unser Selbstverständnis spielt: Erfahren wir uns selbst auf eine spezifische, ausgezeichnete Weise? Unterscheidet sich die Erfahrung, die wir von anderen machen von der Selbsterfahrung? Und drittens stellt sich die Frage, auf welche Weise Erfahrung zu Erkenntnis führen kann: Wie ist der Geltungsbereich empirischer Aussagen zu bestimmen? Kann philosophisches Wissen, Erfahrungswissen sein? In welchem Verhtältnis steht Lebenserfahrung zur empirischen Forschung?

Wenn Sie sich vorstellen können, einen Beitrag zum Verständnis des Verhältnisses zwischen Erfahrung und Empirie zu leisten, freuen wir uns über Ihre Einreichungen bis zum 30. Juni 2021. Bitte senden Sie uns einen Vortragsentwurf über maximal 300 Wörter an die folgende E-Mail-Adresse: erfahrungempirie@phi-psy.de

Im Namen der Arbeitsgemeinschaft Philosophie & Psychologie grüßen Sie herzlich

Dr. Andrea Lailach-Hennrich
Erste Vorsitzende
Universität Konstanz
a.lailach@uni-konstanz.de  
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Benetka
Zweiter Vorsitzender
Sigmund-Freud-Universität Wien
gerhard.benetka@sfu.ac.at  
Dr. Alexander Nicolai Wendt
Geschäftsführender Vorsitzender
Universität Heidelberg/Universität Verona
alexander.wendt@psychologie.uni-heidelberg.de  
Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs
Vorsitzender der DGAP
Universität Heidelberg
thomas.fuchs@urz.uni-heidelberg.de
Prof. Dr. Jan Rummel
Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie
und kognitive Selbstregulation
Universität Heidelberg
jan.rummel@psychologie.uni-heidelberg.de